Das geheime Leben der nachtaktiven Tiere Afrikas
Nächtliche Tiere in Afrika

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Wenn die Sonne tief über der Savanne versinkt und die Hitze endlich abkühlt, erwacht eine zweite Welt.

Für viele Reisende sind die Szenen des Tages, wenn Elefanten grasen oder Giraffen am Horizont dahingleiten, der Höhepunkt ihrer Afrika Safari.

Doch wer nur zu einem Tagesausflug aufbricht, verpasst eine ganz andere Seite dieses wunderschönen Kontinents.

Es gibt keinen stillen Übergang zwischen Tag und Nacht.

Sobald sich die üblichen Wildtiere für den Abend zurückziehen, sich in ihren sicheren Verstecken einrichten, in einem Bau, dicht beieinander oder unter einem Baum, fern neugieriger Blicke und Räuber, kommen eine Vielzahl anderer Tiere und Vögel hervor.

Afrika bei Nacht ist etwas, das man gesehen haben sollte, und wenn die nachtaktiven Tiere Afrikas aus den Schatten treten, beginnt die Landschaft plötzlich zu flüstern, zu rascheln und durchdringende Rufe zu senden.

Dieses unglaubliche, fast geheimnisvolle Reich zu erleben, heißt, den Kontinent in einem völlig neuen Licht zu sehen, vorbehalten jenen, die bereit sind, eine Pirschfahrt in die Dunkelheit zu wagen.

A Night Game Drive

Was macht Safaris in Afrika nachts so besonders?

Die Dunkelheit legt sich um Sie und schärft Ihre Sinne. Ein Knistern im Gras wirkt näher, deutlicher. Die Luft scheint kühler, erfüllt vom Duft nach wilder Salbei und Staub.

Anders als in der Tageshitze, wenn Tiere ruhen und unter Akazien träge hecheln, gehört die Nacht den Jägern und Wanderern, und so wachsam wie sie sind, sind auch Sie.

Das Besondere an nächtlichen Safaris in Afrika ist die einzigartige Chance, Tiere zu sehen, die Sie am Tag nicht zu Gesicht bekommen würden.

Geführt von einem erfahrenen Ranger betreten Sie eine Welt, die geheimnisvoll wirkt und fast verborgen bleibt. In der Dunkelheit ist es nahezu unmöglich, Wildtiere allein zu entdecken. Darum ist ein Guide unersetzlich. Mit dem Schwenk einer roten Taschenlampe über die Landschaft findet er jene nachtaktiven Wesen, die Ihnen sonst entgehen würden.

Die Safari nach Einbruch der Dunkelheit ist auch die perfekte Gelegenheit zum Sternegucken. Draußen im Busch, fern von Hotellichtern und Lagerfeuern, ist der Himmel klarer.

Und schließlich, auch wenn es nicht jedermanns Vorstellung einer traumhaften Sichtung ist, sind Nachtfahrten die Zeit, in der man Raubtiere am ehesten bei der Jagd beobachtet.

Leopard im Gras bei Nacht in Sambia

Welche Tiere kommen nachts heraus?

Eine nächtliche Pirschfahrt eröffnet Sichtungen einiger der faszinierendsten Arten – Tiere, die Reisende selten oder so gut wie nie bei Tageslicht zu Gesicht bekommen.

Mit dem Hinweis, dass manche Tiere häufiger anzutreffen sind als andere, folgt hier eine Auswahl nachtaktiver Tiere in Afrika.

Das Erdferkel mit seiner komisch langen Schnauze und den kräftigen Grabklauen ist eine seltene Sichtung. Wenn man jedoch Glück hat und es durch sandige Böden trotten sieht, während es nach Termiten schnüffelt, ist das ziemlich aufregend. Das Erdferkel ähnelt in seiner Gestalt einem Schwein und ist eher scheu.

Der Erdwolf, der zwar vom Namen her ans Erdferkel erinnert, ihm aber überhaupt nicht ähnelt, ist eng mit der Hyäne verwandt. Der Erdwolf frisst überwiegend Termiten und hat einen überraschend sanften Charakter.

Buschbabys, großäugig und flink, sieht man recht häufig – sowohl in Safariparks als auch in Camps. Sie springen durch die Äste, und mit einem Ruf, der einem einen Schauer über den Rücken jagen kann, weiß man sofort, wenn eines in der Nähe ist.

Dann gibt es noch Zibetkatzen, katzenartige Nachtwesen, die sich auf der Suche nach Früchten und Insekten wie Schatten bewegen. In ihrer Gestalt an Katzen erinnernd und mit einem Gesicht, das an einen Waschbären denken lässt, sind afrikanische Zibetkatzen nicht oft zu sehen. Sie leben einzelgängerisch, und ihr schwarzgraues Fell lässt sie mühelos verschwinden.

Wildtiere bei Nacht in Afrika

Ginsterkatzen, die oft mit Zibetkatzen verwechselt werden, sind ebenfalls nachtaktive Tiere in Afrika. Diese anmutigen, gefleckten Karnivoren haben lange, gebänderte Schwänze und werden meist nachts beim Klettern in Bäumen gesehen.

Stachelschweine, deren Stacheln beim Erschrecken wie warnende Trommeln rasseln, gehören ebenfalls zu Afrikas nachtaktiven Tieren. Kap Stachelschweine zählen zu den größten der Welt und sind kaum zu übersehen.

Springhasen sind eine weitere nachtaktive Tierart in Afrika, die man auf einer nächtlichen Pirschfahrt beobachten kann. Diese Tiere, örtlich als Springhaas bekannt, wirken vielleicht etwas struppig, beeindrucken jedoch auf andere Weise. Sie können enorme Sprünge machen und nutzen ihre langen Schwänze, um das Gleichgewicht zu halten.

Nächtliche Pirschfahrten sind auch die beste Zeit, um Raubtiere wie Leoparden und Löwen bei der Jagd zu sehen. Und mit etwas Glück erhaschen Sie sogar einen Blick auf den furchtlosen Honigdachs, ein Tier mit beinahe legendärem Ruf in Safari Kreisen.

Vielleicht am zauberhaftesten von all den Wesen, die Sie auf einer Nachtfahrt sehen, sind Eulen und Nachtschwalben, die geflügelten Jäger, deren Rufe den Soundtrack Afrikas nach Einbruch der Dämmerung bilden.

Diese nachtaktiven Tiere in Afrika zu beobachten heißt zu verstehen, wie lebendig der Kontinent wird, sobald die Dunkelheit fällt. Und auch wenn Sie vielleicht nicht so viele Tiere wie am Tag sehen, werden die Erlebnisse einzigartig sein.

Eine Löwin in der Abenddämmerung

Jagen Löwen in der Nacht?

Ja, und genau dann sind sie am aktivsten und beeindruckendsten.

Löwen können bis zu achtzehn Stunden am Tag schlafen. Das erklärt, warum sie oft träge wirken, ausgestreckt im goldenen Gras liegen, aneinander gekuschelt ruhen, was der Bindung im Rudel dient, und dabei ihre Kräfte sparen.

Doch in dem Moment, in dem die Nacht hereinbricht, verändert sich ihr Wesen und sie werden zu den wilden, ungezähmten Tieren, als die sie berühmt sind.

In der Kühle der Dämmerung und der Nacht bewegen sie sich koordiniert und lautlos. Ihre Rufe hallen über Kilometer Savanne, eine territoriale Ansage und eine eindringliche Erinnerung an ihre Macht.

Man wird nie müde oder gleichgültig gegenüber dem Brüllen eines Löwen. Jeden Morgen kurz vor Sonnenaufgang und jeden Abend hört man Löwen, und das Brüllen lässt einen innehalten und jagt einem Schauer über den Rücken.

Die Augen der Löwen sind zudem an schwaches Licht angepasst, was ihnen einen deutlichen Vorteil gegenüber der Beute verschafft. Die Dunkelheit hilft ihnen zusätzlich, verborgen zu bleiben.

Zu sehen, wie sich ein Rudel unter den Sternen auffächert, oder den plötzlichen Schrei eines zebra zu hören, das überrascht wurde, kann gemischte Gefühle auslösen.

Obwohl Löwen nachts besonders gut jagen, ist es nicht ungewöhnlich, dass sie auch tagsüber, in der Dämmerung und in der Morgendämmerung auf Beutejagd gehen. Vor allem Löwinnen jagen tagsüber, damit sie ein Auge auf ihre Jungen haben und ihnen vielleicht sogar etwas über den Nervenkitzel der Jagd beibringen können.

Was ist ein Honigdachs?

Sind Honigdachse nachts aktiv?

Der Honigdachs hat sich zu Recht den Ruf erworben, eines der furchtlosesten Tiere Afrikas zu sein.

Diese gedrungenen kleinen Wesen sind überwiegend nachtaktiv. Sie huschen in der schützenden Dunkelheit durch Busch- und Waldlandschaften, obwohl sie kaum Schutz nötig hätten. Ausgestattet mit scharfen Krallen, überraschender Geschwindigkeit und einer wirklich ruppigen Haltung plündern Honigdachse Bienenstöcke, graben Skorpione aus und legen sich sogar mit deutlich größeren Räubern an.

Doch einen dieser nachtaktiven Bewohner Afrikas auf einer Nachtsafari zu erspähen, ist ein seltenes Privileg. Honigdachse leben einzelgängerisch und heimlich und verschwinden oft in ihren Bauen, bevor man überhaupt blinzeln kann.

Gleichwohl ist ihre Kühnheit legendär. Es gibt zahlreiche Geschichten von Honigdachsen, die Löwen von Beuteresten vertreiben oder sich selbst in ausweglosen Situationen weigern, klein beizugeben.

Tag 6 Pirschfahrt bei Nacht

Lohnt sich eine Nachtsafari?

Wenn Ihr Ziel ist, den Charakter Afrikas und seiner Tierwelt wirklich zu verstehen, ist die Antwort einfach: ja.

Tagsafaris zeigen die Majestät von Elefanten und den Zug der Gnus, doch nach einer Weile wiederholen sich die Sichtungen.

Nachtsafaris ziehen den Vorhang zurück und offenbaren die geheimen Leben der nachtaktiven Tiere Afrikas, die Sie sonst vielleicht nie sehen würden.

Auch für Sie als Reisende verändert sich die Erfahrung.

In einem offenen Fahrzeug unter einem Sternenzelt sitzen, die Sinne schärfen, die stillere Seite des Buschs wahrnehmen: das Zirpen der Grillen, den feinen Duft der Erde nach einem kurzen Schauer oder das plötzliche Bellen eines Kudus, das vor Gefahr warnt.

Wenn Sie eine solche Tour planen, bedenken Sie, dass Nachtfahrten oft nur direkt über den Park buchbar sind, den Sie besuchen, und nicht über den Outfitter, mit dem Sie reisen.

Auf einer Nachtfahrt sehen Sie eine Seite Afrikas, nach der sich viele sehnen: ein Afrika, das roh und authentisch ist.

Eine Gruppe von Löwinnen im Dunkeln

Wenn die Sonne hinter dem Horizont versinkt, schläft Afrika nicht ein, es erwacht.

Wenn Sie sich je nach mehr als nur einem Urlaub gesehnt haben, nach einem Erlebnis, das die Sinne bewegt und Sie verwandelt zurücklässt, dann ist eine Nachtsafari, um die nachtaktiven Tiere Afrikas zu sehen, genau das Richtige für Sie.

Lassen Sie die Sterne Ihre Laterne sein und die Nacht Ihre Führerin.

Ja. Nachtfahrten werden von erfahrenen Rangern geleitet, die das Gelände und das Verhalten nachtaktiver Tiere kennen. Die Fahrzeuge sind auf Sicherheit ausgelegt, und der Einsatz roter Taschenlampen gewährleistet eine minimale Störung der Tierwelt, während das Erlebnis für die Gäste sicher bleibt.

In vielen Parks können Nachtfahrten oft nur direkt beim Nationalpark oder privaten Reservat gebucht werden, das Sie besuchen, und nicht über externe Anbieter. Sie sollten dies immer mit Ihrer Lodge oder Ihrem Safari Guide abklären, wenn Sie Ihre Reiseroute planen.

Am besten bringen Sie eine warme Jacke mit (im Busch kann es nach Einbruch der Dunkelheit kühl werden), ein Fernglas, eine gute Kamera mit Einstellungen für schlechte Lichtverhältnisse und natürlich eine große Portion Neugier. Da die Parks für Beleuchtung und Guides sorgen, brauchen Sie keine eigene Taschenlampe mitzubringen.

Rotes Licht stört das natürliche Verhalten der Tiere weniger und ist schonender für ihre empfindlichen Augen. Es reduziert auch die Blendung, sodass Guides und Reisende nachtaktive Wildtiere entdecken können, ohne sie zu erschrecken.

Zu den häufiger beobachteten Arten zählen Buschbabys, Zibetkatzen, Ginsterkatzen, Stachelschweine, Springhasen und Eulen. Auch Raubtiere wie Löwen und Leoparden sind nach Einbruch der Dunkelheit aktiv und gehören zu den spannendsten Höhepunkten von Nachtfahrten.

Über die Autoren African Travel Concept Team

Bei African Travel Concept widmet sich unser Team aus erfahrenen Reise- und Safariexperten hat es sich zur Aufgabe gemacht, afrikanisches Fachwissen aus erster Hand in klare, zuverlässige Ratschläge zu verwandeln. Wir recherchieren, überprüfen und verfeinern jeden Artikel, damit Sie die aktuellsten und Informationen bei der Planung Ihrer Reise zur Verfügung stehen.